Zahnspangen-Behandlung, Kieferorthopädie Deutschland

Kieferorthopädie

Bänder, Brackets und Drähte

Brackets (engl. Klammern) sind in der Kieferorthopädie gebräuchliche Befestigungselemente bei festsitzenden Apparaturen.

Brackets durchsichtig Kunststoffbrackets Brackets

Brackets können farbig oder auch nahezu unsichtbar sein.

Brackets als Zahnschmuck

Verzierungen bzw. Zahnschmuck an dem sichtbaren, vorderen Zahnbereich in Form von Edelsteinen, Metallen oder Keramiken, welche befestigt werden sind voll im Trend. Dazu gehören auch Zahnspangen und Brackets gegen krumme und schiefe Zähne.

Brackets werden durch spezielle Klebetechniken an der Oberfläche mit dem Zahn verklebt und bilden somit einen Ansatzpunkt zum Bewegen von Zähnen bei festsitzenden Apparaturen. Als Zahnspange bezeichnet man einen Apparat, womit sich Zahnfehlstellungen korrigieren lassen. Der Anwendungsbereich von Zahnspangen reicht vom Ausgleich von Kieferfehlstellungen bis zur Wiederherstellung von Distanzen im muskulären Mundbereich. Es gibt Herausnehmbare Zahnspangen und Festsitzende Zahnspangen. Die moderne Zahnspange, auch als "Elastisch offene Aktivator" oder "EOA" bezeichnet, wurde vom Görlitzer Zahnarzt Dr. Georg Klammt entwickelt. Weil die herausnehmbaren Zahnspangen für Kinder verwendet werden, sind sie in verschieden Farben erhältlich und demzufolge als Zahnschmuck im sichtbaren Zahnbereich im Trend. Im Zeitraum einer Behandlung mit herausnehmbaren Zahnspangen werden häufig verschiedene Apparaturen und somit auch andersfarbige Zahnspangen eingesetzt. Im Normalfall werden Behandlungen mit Zahnspangen, um die Wachstumsschübe auszunutzen bei Kindern von 10-15 Jahren vorgenommen und dauert bis zu 5 Jahren. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen muss die Zahnspange zeitweise nachgestellt werden und bei ausreichender Mundhygiene während der vom Kieferorthopäden vorgeschriebenen Zeit getragen werden.

Brackets

Kennzeichnend für ein Bracket ist die Vorrichtung für die Aufnahme von Bögen, das Schloss bzw. Schlitz-Apparat, ein horizontal verlaufender Schlitz.

Dieser wird nach oben und unten von den Spitzen eines Flügels begrenzt, die der Befestigung des Bogens mit Hilfe der Verbindung dient. Das Standardbracket besitzt zwei Flügel und wird somit als Zwillingsbracket bezeichnet. Es kommen auch Brackets mit einem Flügel zum Einsatz, die als Single-Brackets bezeichnet werden.

Brackets können nach der Form des Schlosses unterschieden werden:

Edgewise-Brackets: Befestigung des Bogens mit Ligaturen
Light-Wire-Brackets: Befestigung des Bogens mit Pins
Selbstlegierende Brackets: Das Bracket hält den Bogen selbst ohne Ligatur

Brackets können nach dem Befestigungsort unterschieden werden:

Bukkalbrackets: Die Befestigung befindet sich auf der Aussenfläche, zur Wange hin.
Lingualbrackets: Die Befestigung befindet sich auf der Innenfläche, zur Zunge hin.

Nebst den Standardbrackets aus rostfreiem Edelstahl, die die aus Edelstahl eine metallische Farbe haben werden auch Brackets aus Gold, Keramik, Komposit und Titan angeboten. Wichtig bei der Wahl von Brackets sind die Eigenschaften vom Material betreffend der Reibung, also das Bogenmaterial und das Bracketmaterial, denn bei vielen Behandlungskonzepten soll das Bracket über den Bogen gleiten. Die Materialkombination aus Bracket und Bogen wie auch die Art der verwendeten Ligaturen können die Reibung vergrössern oder verringern. Auch ist eine gute Mundhygiene und eine sachgemässe Klebetechnik massgebend, denn während die Brackets auf den Zähnen kleben, können dauerhafte Entkalkungsflecken auf den Zahnoberflächen zurückbleiben. 

Auswahl an Brackets

Die Brackets werden mit einem speziellen Kleber auf die Zähne aufgeklebt.

Brackets sind meist kleine Blöcke oder Metallkörper die auch rund oder oval sein können. Bei der festen Spange sind diese aussen sichtbar und prägen so das charakteristische Bild der festen Zahnspange. Die Brackets in diversen verschiedenen Arten, Formen und Farben, besitzen kleine Flügelchen oder Häkchen in denen man O-Ringe oder Ligaturen einhängen kann. Die Brackets haben eine sehr feine Gitterstruktur auf der Unterseite, damit sie besser auf den Zähnen haften. Von vorne gesehen haben fast alle Brackets einen oder meist zwei Schlitze, einen horizontalen Schlitz für den Drahtbogen und einen vertikalen Schlitz für Aufrichtfedern oder Rotationsfedern. Nebst Edelstahl- Brackets gibt es auch unsichtbare Brackets aus klarem Kunststoff oder Keramik. Diese Brackets sind wegen der Durchsichtigkeit ästhetischer aber nicht so stabil wie Metall-Brackets und erfordern Materialbedingt eine noch gründlichere Zahnpflege. Um speziell Kindern das tragen zu erleichtern, gibt es die Metallbrackets in verschiedenen farbigen Ausführungen. Für den gehobenem Anspruch gibt es vergoldete Metallbrackets oder auch Brackets in 24k-Gold. Zum Kleben werden Klebstoffe auf 2-Komponenten-Basis (Kleber/Aktivator) oder UV-härtender Klebstoff benutzt. Bei UV-härtendem Klebstoff können die Brackets erst genau auf der Zahnoberfläche positioniert werden, bevor der Klebstoff dann durch Bestrahlung mit einer speziellen UV-Lampe in wenigen Sekunden aushärtet.

Bänder für Zahnspangen

Bänder für Zahnspangen werden eingesetzt, wenn starke Kräfte auf die Brackets wirken müssen oder das Ablösen von Brackets befürchtet wird.

Bänder werden verwendet an den Backenzähnen, da diese vielfach mit einem Headgear versehen werden, denn wenn sich Brackets ablösen, kann ein eingesetzter Headgear auf die Zähne schlagen und die Zähne verletzen. Bänder werden für verschiedene Zahngrössen industriell hergestellt, sodass der Kieferorthopäde das richtige Band auswählen kann, denn es darf nicht in das Zahnfleisch drücken. Auch beim Zubeissen darf es nicht schmerzen und soll den Zahn ohne zu grosse Lücken umschliessen. Mit einem Zement wird dieses Band am Zahn befestigt und danach mit einer speziellen Zinnfolie getrocknet und so trocken gehalten.

Drahtbögen für Zahnspangen

Für festsitzende Zahnspangen stehen Drähte in allen Formen Stärken und Profilen sowie diversen Materialien zur Verfügung.

Vielfach sind Drähte optimal vorgeformt und brauchen nur noch eingesetzt zu werden. Am Anfang der Zahnbehandlung, wenn die Abweichung der Zähne vom optimalen Zahnbogen noch gross ist, werden sehr weiche und hochelastische Drähte verwendet. Um die Elastizität zu steigern, besteht der Drahtbogen aus mehreren verdrillten oder verflochtenen Einzeldrähten. Bei starken Fehlstellungen, im Besonderen am Anfang der Spangenbehandlung, wird der Drahtbogen stärker deformiert und gebogen, was zu leichten Schmerzen führen kann. Ein weicher aus mehreren Litzen bestehender Draht hat weit weniger Spannkraft als ein gleich dicker Einzeldraht. Um starke Schmerzen zu verhindern, werden dünnere Drähte verwendet, damit die Kräfte auf die zu korrigierenden Zähnen nicht zu gross werden. Um einzelne Zähne bewegen zu können, kann der Kieferorthopäde Schlaufen in den Draht biegen oder dafür vorgesehene Rotationselemente verwenden und so die lokale Krafteinwirkung dosieren. Wenn die Zähne sich nach einiger Zeit dem gewünschten Ergebnis annähern, werden dünnere Drähte zwischen 0.1-0,6 mm, die härter sind verwendet, damit die Zähne auch dann noch bewegt werden können. Die Drähte bestehen aus rostfreiem Edelstahl oder speziellen Titan-Legierungen. Nickellegierungen werden meist nicht mehr verwendet, denn viele Zahnpatienten reagieren auf Nickel allergisch. Mit einem Zahnfarbenem Überzug sind diese Drähte aus Nickel noch immer erhältlich, was bei ästhetisch anspruchsvollen Patienten die Bereitschaft erhöht die Spange zu tragen. Moderne Varianten sind thermoelastische Drähte, die erst durch die Körperwärme des Patienten aktiv werden. Diese sind meist vorgeformt und sind normal verformbar, sodass der Kieferorthopäde sie rasch austauschen kann.

Alastics und Ligaturen

Damit der Drahtbogen, wenn er unter starken Druck steht fest im Schlitz des Brackets bleibt, muss er dort mittels kleiner Drähte, kleinen umsponnene Gummifäden oder kleinen Gummiringen, den Alastics befestigt sein.

Die O-Ringe werden mit einer Pinzette über die Flügelchen des Brackets gezogen. Um dem Drahtbogen eine Bewegung zur Kraftübertragung zu geben, wird dieser nicht fix sondern mit Alastics und dem Bracket verbunden. Eine weitere Möglichkeit, einen Drahtbogen am Bracket zu befestigen besteht, wenn man ihn mit einem feinen Ligatur-Draht fixiert. Diese müssen aber sehr genau eingearbeitet sein um keine Verletzungen der Lippen und Mundschleimhaut zu erzeugen. Auch gibt es Ligaturen in Form von Kunststoffringen, in denen eine Parallelbewegung der Zähne möglich ist. Die Ligaturen können unsichtbar farbig oder für Kinder fluoreszierend sein, was der Ästhetik sehr entgegen kommen kann. Normalerweise werden durchsichtige O-Ringe verwendet.

Gummizüge für feste Zahnspangen

Bei Behandlungen mit festen Zahnspangen kommen auch Gummizüge zum Einsatz, wo sie an einem speziellen Bracket, das mit einem kleinen Haken versehen ist, in die Zahnspange eingehängt wird.

Dieser Gummizug führt zum gegenüberliegenden Kiefer, wo er auch an einem Bracket mit Haken befestigt wird. Die Kraftübertragung wird somit von einem auf den anderen Kiefer ermöglicht, um so Kieferfehlstellungen wie z.B. den Vorbiss oder Rückbiss zu korrigieren. Für Kinder sind Gummizüge in diverse Farbe erhältlich und müssen im Laufe der Spangen-Behandlung einige Male erneuert werden, denn sie verlieren nach einiger Zeit ihre Spannkraft und Elastizität.

Federn für festsitzende Zahnspangen

Mit Federn bei Zahnspangen lassen sich fast alle Fehlstellungen korrigieren.

Bei festsitzenden Zahnspangen können wie auch bei herausnehmbaren Zahnspangen Federn zum Bewegen von einzelnen Zähnen oder ganzen Zahngruppen verwendet werden. Federn werden nebst fertigen Rotationselementen auch vielfach zur Korrektur von verdrehten Zähnen verwendet. Es braucht spezielle Brackets die einen zweiten Schlitz haben um Federn einsetzen zu können und die Kraftübertragung und Verbindung sichergestellt werden kann. Federn können auch eingesetzt werden zum Öffnen und Schliessen von Zahnlücken oder zum Verschieben von Zähnen, wenn Platz benötigt wird.

Headgearröhrchen für Zahnspange

Bei der Behandlung mit festen Zahnspangen werden oft auch Kräfte zur Stabilisierung benötigt.

Bei der Behandlung mit festen Zahnspangen werden, um den ganzen Kiefer in eine bestimmte Richtung zu verschieben Kräfte benützt, die von einem Headgear oder extraoralen Zugband ausgehen. Normalerweise sind diese Headgear-Röhrchen an Bändern angeschweisst, es gibt aber auch solche die sich auf die Backenzähne aufkleben lassen.

Lipbumper für Zahnspangen

Wenn Zahnpatienten Probleme haben, die Zahnspange einzusetzen oder heraus zu nehmen gibt es Lipbumper, bei denen es sich um kleine Drahtbögen handelt.

Der Lipbumper dient als Distanzhalter um Zahnpatienten eine schmerzfreie Therapie zu ermöglichen. Er wird meist in Röhrchen gesteckt, die an den Bändern des Unterkiefers montiert sind. Um es auch Kinder leichter zu machen, Lipbumper zu tragen, gibt es Lipbumper in verschiedenen Farben.