Zahnkrankheiten, Zahnherde und Erkrankung durch Zähne

Zahnerkrankung

Beitragsseiten

Herderkrankung durch Störfeld

Als Herderkrankungen werden Erkrankungen bezeichnet die von einem Herd bzw. Störfeld ausgeht, der selbst meist nicht aktiv in Erscheinung tritt.

Unter einem Herd, Fokus oder Störfeld versteht man in der ganzheitliche Zahnmedizin, die über ihre Umgebung hinaus Fernwirkungen auszulösen, das weit entfernte Veränderung an Geweben sind, und von einer Herderkrankung wird gesprochen, wenn die Symptome nicht direkt auf den Auslöser einer Erkrankung schliessen lassen, da diese weit auseinander liegen können.

Als Entzündungsherd wird der Ausgangsort einer Entzündung bezeichnet.

Herderkrankung, Entzündung, Abwehrreaktion

Ablauf einer Entzündung

Eine Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf einen schädigenden Reiz. Eine Entzündung läuft in den Grundzügen stets gleich ab.

Man unterscheidet fünf Hauptsymptome einer Entzündung:

Hauptsymptom (rubor= Rötung):

Durch einen Entzündungsreiz kommt es zu einem örtlich begrenzten Gewebeschaden. Der Körper reagiert hierauf mit einer vermehrten Durchblutung, die auch als Hyperämie bezeichnet wird. Die vermehrte Blutfülle bewirkt dabei eine Rötung des Gewebes.

Hauptsymptom (calor= Wärme):

Die vermehrte Durchblutung mit der gleichzeitigen Aktivierung des Stoffwechsels führt zur Erwärmung des Gewebes. Da das Gewebe nun durch die vermehrte Durchblutung besser mit Sauerstoff, Nährstoffen und Abwehrstoffen versorgt wird, kann der entzündliche Reiz oft bereits in diesem frühen Stadium unwirksam gemacht werden.

Hauptsymptom (tumor= Schwellung):

Bei einem stärkeren Entzündungsreiz tritt im weiteren Verlauf Flüssigkeit aus den Blutgefässen in das Gewebe über und führt so zu einer Schwellung.

Hauptsymptom (dolor= Schmerz):

Die Schwellung und die gleichzeitig einsetzenden Stoffwechsel Veränderungen im Gewebe rufen Schmerzempfindungen hervor.

Hauptsymptom (functio laesa= eingeschränkte Funktion)

Schwellung und Schmerz schränken die Funktionstüchtigkeit des Organs ein. Durch den Entzündungsreiz wird jedoch nicht nur eine örtlich begrenzte Reaktion des Körpers hervorgerufen. Vielmehr reagiert der gesamte Organismus, weshalb man zum Teil auch allgemeine Symptome feststellen kann, wie zum Beispiel Fieber, Pulsbeschleunigung, Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche und Vermehrung der weissen Blutkörperchen. Kommt es bei einer Entzündung zu einer Aussaat von Krankheitserregern in die Blutbahn mit in der Regel schweren Krankheitserscheinungen, so spricht man von einer Sepsis (Blutvergiftung).

Eitrige Entzündungen

Gehen im Rahmen einer Entzündung weisse Blutkörperchen (Leukozyten) zugrunde, so werden sie im Allgemeinen über die Lymphkapillaren abtransportiert. Reicht dieser Abtransport bei einer massiven Entzündung jedoch nicht aus, so bildet sich Eiter. Abszess= abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe. Phlegmone= flächenhafte, nicht abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe. Empyem= Eiteransammlung in einer natürlichen Körperhöhle (Kieferhöhle). Furunkel= eitrige Entzündung eines Haarbalgs.

Pulpaentzündung und ihre Folgen

Pulpitis = Entzündung der Pulpa (Zahnnerv)
Bei einer pulpanahen Karies (Caries profunda) gelangen Giftstoffe (Toxine) und nachfolgend Bakterien zur Pulpa. Die Pulpa (Nerv) reagiert zunächst mit einer vermehrten Durchblutung (Hyperämie), um mehr Abwehrstoffe an den Ort der Schädigung zu bringen. Dabei können Schmerzen auftreten, die durch Temperaturreize (kalt, warm) oder chemische Reize (süss, sauer) ausgelöst werden können. Die Hyperämie (vermehrte Durchblutung) kann jedoch auch schmerzlos sein. Unbehandelt geht die Hyperämie in der Regel bald in eine Entzündung der Pulpa über. Dabei gelangt vermehrt Serum aus den Blutgefässen in das Pulpagewebe. Man spricht von einer Pulpitis serosa (wässrige Nerv-Entzündung), die im Kronenbereich beginnt und sich zur Wurzelpulpa hin ausdehnt. Da die starren Wände der Pulpahöhle ein Anschwellen der Pulpa (Nerv) behindern, kommt es dabei zu einer deutlichen Druckeinwirkung des Pulpagewebes auf die Nerven und Gefässe. So können spontan teilweise heftige Schmerzen entstehen. Es treten schliesslich vermehrt weisse Blutkörperchen in der Pulpa (Nerv) auf, wobei Pulpagewebe durch Abwehrreaktion geschädigt werden kann. Es kommt zu einer Vereiterung, die zunächst nur einen Teil der Pulpa erfasst und sich schliesslich auf die gesamte Pulpa (Nerv) ausdehnt. Die seröse Pulpitis (wässrige Nerv-Entzündung) geht somit in eine eitrige Pulpitis (Pulpitis purulenta) über. Während es bei der serösen Pulpitis vorwiegend zu Schmerzen auf Kältereize hinkommt, ist der Zahn bei einer Pulpitis purulenta vor allem wärme- und klopfempfindlich. Kälte kann in diesem Stadium oft sogar vorübergehend Linderung verschaffen. Bei einer Pulpitis purulenta (eitriger Nerv) stirbt das Pulpagewebe schliesslich ab und es kommt zur Pulpanekrose (Gewebstod der Pulpa/ Nerv). Die Schmerzen können mit der Pulpanekrose (Gewebstod der Pulpa/ Nerv) völlig abklingen. Nach einiger Zeit kommt es durch eine bakterielle Fäulnis zu einer Zersetzung der abgestorbenen Pulpa. Es entsteht eine Pulpagangrän (fauliger Zerfall der Pulpa/ Nerv). Eine Karies kann somit ohne Behandlung zu einem fauligen Zerfall der Pulpa/ Nerv führen. Während die Hyperämie (vermehrte Durchblutung) bei entsprechender Behandlung häufig noch reversibel (rückführbar) ist, kann ein Zahn bei einer Pulpitis nur noch in den Anfangsstadien vital erhalten werden. Die Behandlung einer Caries profunda (tiefe Karies) ist somit eine wichtige Massnahme zur Vitalerhaltung der Pulpa

Mögliche Folgen einer toten Pulpa

Vom toten Pulpagewebe können Giftstoffe und Krankheitserreger über das Foramen apikale (ganz kleines Loch unten an der Wurzelspitze) in das umliegende Gewebe eindringen.

Durch einen toten Zahn kann es kommt zu einer Entzündung vom Zahnhalteapparat im Bereich der Wurzelspitze kommen, das der Zahnarzt als apikale Parodontitis bezeichnet. Von der Abwehrkraft des Körpers einerseits und der Virulenz (Stärke der krankmachenden Eigenschaften) der Bakterien andererseits hängt es ab, ob die apikale Parodontitis einen akuten oder chronischen Verlauf nimmt.

Akute apikale Parodontitis

Bei einer akuten apikalen Parodontitis kommt es beim Zahnhalteapparat zu einer schmerzhaften Anschwellung.

Der Zahn schmerzt bei einer apikalen Parodontitis bereits bei leichter Berührung und wird aufbiss- und klopfempfindlich. Bohrt man den Zahn auf (Trepanation) und bereitet den Wurzelkanal auf, so verspürt der Patienten bei einer akuten apikalen Parodontitis in den meisten Fällen eine sofortige Erleichterung. Schreitet die akute Entzündung jedoch in die Markräume des umgebenden Knochens fort, so entsteht eine Knochenentzündung (Ostitis). Eine weitere Ausbreitung der Entzündung erfolgt in den meisten Fällen nach aussen zur Knochenhaut hin, wo es zu einer teilweise sehr schmerzhaften Knochenhautentzündung (Periostitis) kommt. Sobald die Entzündung die Knochenhaut durchbrochen hat, lassen die Schmerzen häufig nach. Die Entzündung dringt in das umliegende Weichgewebe ein und bildet dort ein entzündliches Infiltrat (eindringen). In jedem Stadium dieses Entzündungsweges von der Parodontitis über die Ostitis (Knochenentzündung) und Periostitis (Knochenhautentzündung) bis zum entzündlichen Weichteilinfiltrat kann es zu einer Vereiterung kommen. Der Eiter besteht dabei aus abgestorbenen weissen Blutkörperchen, eingeschmolzenem Gewebe und Krankheitserregern. Ist die Vereiterung abgekapselt, so spricht man von einem Abszess. Ist sie jedoch flächenhaft ohne erkennbare Grenze, so liegt eine Phlegmone vor. Bei einer Vereiterung in der Kieferhöhle spricht man von einem Kieferhöhlenempyem. Breitet sich die anfängliche Knochenentzündung (Ostitis) flächenhaft im Knochenmark aus, so entsteht eine Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung). Dabei kann der erkrankte Knochenbereich absterben und als Sequester (abgestorbenes Knochenstück) abgesondert werden. Für die Schwellung im Wangenbereich wird teilweise noch der alte Ausdruck Parulis (dicke Backe) gebraucht. Dieser Begriff ist jedoch unscharf, da er nur allgemein eine Wangenschwellung beschreibt, ohne näher auf die Ursache einzugehen. Die Behandlung eines Abszesses erfolgt durch eine Inzision (Einschnitt). Der Eiter kann dadurch abfliessen und die akute Entzündung in ein chronisches Stadium übergehen. Gleichzeitig ist der Schuldige Zahn zu trepanieren (aufzubohren). Ist die akute Entzündung abgeklungen, so muss der verursachende Zahn noch definitiv versorgt oder extrahiert (entfernt) werden.

Chronische apikale Parodontitis

Kann die körpereigene Abwehr die Krankheitserreger abgrenzen, so nimmt die apikale Entzündung einen chronischen Verlauf.

Im Röntgenbild kann man dann häufig einen geringgradig verbreiterten Parodontalspalt erkennen. Als Zeichen der Abwehrreaktion kann es im Bereich der Wurzelspitze zur Ausbildung von Granulationsgewebe (kleines Körnchen) kommen. Dieses Gewebe hat seinen Namen von der gekörnten Oberfläche. Jedes Körnchen entspricht dabei einem kleinen, reich verästelten Gefässbaum. Zwischen den Gefässen liegen zahlreiche Nerven und Abwehrzellen. Das apikale Granulationsgewebe kann als ein Abwehrsystem angesehen werden, in dem sich die körpereigene Abwehr und die Krankheitserreger in einem Gleichgewicht befinden. Bei Verminderung der Abwehrkraft kann dieses chronische Stadium aber jederzeit in eine akute Entzündung übergehen. Das apikale Granulationsgewebe wird auch als apikales Granulom bezeichnet. Auf dem Röntgenbild ist es als apikale Aufhellung zu erkennen. Das apikale Granulom kann als chronischer Entzündungsherd eine Fernwirkung haben und verschiedene, oft zunächst unklare Krankheiten verursachen. Man spricht auch von einem Fokus (Herd), von dem eine Herderkrankung (Fokalinfektion) ausgeht. Dabei kann es zu einer Streuung von Bakterien sowie ihren Stoffwechsel- und Abbauprodukten über den Blutweg kommt. Als Fokus (Herd) kommen aber nicht nur apikale Granulome, sondern auch chronische Mandelentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und andere Entzündungsherde bei den inneren Organen infrage. Typisch von einem Fokus (Herd) ausgehende Erkrankungen sind rheumatische Gelenkentzündungen, Entzündungen im Bereich des Herzens, Nervenentzündungen und Nierenentzündungen. Die Therapie besteht in der Sanierung des chronischen Entzündungsherds. Man kann jedoch vor der Behandlung nicht mit Sicherheit sagen, ob eine bestimmte Allgemeinerkrankung auch tatsächlich von diesem chronischen Entzündungsherd ausgeht. Aus einem apikalen Granulom kann sich weiterhin auch eine radikuläre Zyste (gutartige Hohlgeschwulst) entwickeln. Dabei wird von Epithelzellen ein Hohlraum gebildet, dessen Inhalt sich verflüssigt. Dieser Hohlraum kann sich ballonartig vergrössern und so eine Zyste (gutartige Hohlgeschwulst) bilden. Da diese Zyste von der Wurzel (Radix) ausgeht, spricht man hier von einer radikulären Zyste. Zysten können auch andere Ursachen haben. So können sie ebenfalls vom Zahnkeimgewebe (Zahnsäckchen) ausgehen. Man nennt sie dann follikuläre Zysten (kleiner Sack). Zysten wachsen sehr langsam und verursachen in der Regel keine Schmerzen. Häufig werden sie nur durch Zufall bei einer Röntgenuntersuchung festgestellt. Radikuläre Zysten können nur von pulpatoten Zähnen ausgehen. In manchen Fällen kann von einem apikalen Granulom auch eine chronische Fistel ausgehen. Dabei entwickelt sich meistens ein strangförmiger Fistelgang von der Wurzelspitze zum Vestibulum, wo man dann ein kleines Fistelmaul erkennen kann. In seltenen Fällen verläuft die Fistel nach aussen(extraoral). Das Fistelmaul liegt dann in der Regel seitlich vom Unterkiefer im Bereich der Molaren.

Zahnarzt Ungarn

Für die  Zahnreise mit Urlaub ist Budapest die günstigste Flugdestination in Europa.

-

Wenn Zahnbehandlung im Ausland, dann in der Zahnklinik Dental-Center beim Zahnarzt in Budapest, denn Budapest bietet nebst einer preisgünstigen Zahnbehandlung die besten Sehenswürdigkeiten in Ungarn.