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Zahnextraktion

Unter einer Extraktion wird beim Zahnarzt das „Zahn ziehen“ oder eine operatives Entfernen vom ganzen Zahn mit den Zahnwurzeln aus dem Zahnfach verstanden, das meist in Lokalanästhesie erfolgt.

Unter Zahnextraktion versteht man das "Ziehen von einem Zahn" mit der Zahnwurzel, ohne dass ein grösserer Schnitt notwendig ist, ansonsten von einer operativen Zahnentfernung gesprochen wird.

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Die Wunde schliesst sich normalerweise nach einer Zahnextraktion im Laufe der ersten Wochen, doch wichtig ist, dass die Wunde sauber gehalten wird und kein Schmutz oder Bakterien nach dem ziehen vom Zahn in die Wunde eintreten kann. 

Schmerzen nach Zahnarztbesuch

Schmerzen sind nach einer schwierigen Zahnentfernung oder auch nach operativen Eingriffen nicht Ungewöhnlich, so dass Schmerzmittel notwendig sind.

Normal wird die Zahnextraktion unter Lokalanästhesie durchgeführt, bei Patienten mit Zahnarztangst kann das Zähne ziehen oder die operative Zahnentfernung im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose erfolgen, im Besonderen bei der Weisheitszahnentfernung von retinierten Weisheitszähnen (Weisheitszahnprobleme). Ein gewisser Schmerz oder unbehagliches Gefühl nach der Zahnbehandlung sowie nach einer Zahnextraktion sind normal und können mit Schmerztablette gelindert und meist auch beseitigt werden, doch muss auf den Blutdruck geachtet werden wie auch bei Medikamenten, denn der Blutdruck kann Sprunghaft zum Bluthochdruck ansteigen, sodass auch sportlichen Anstrengungen problematisch sein können. Im Normalfall gibt der Zahnarzt für später auftretende Wundschmerzen einige Schmerztabletten oder ein Rezept dafür in die Hand. Die Wundschmerzen sind normal nach zwei Tagen vorbei, doch sollte man während einer Woche noch etwas vorsichtig sein mit kräftigem kauen von Speisen. Nach jeder Zahnbehandlung kann es vorkommen, dass der Mund vorübergehend nicht mehr ganz geöffnet werden kann oder Schluckbeschwerden auftreten, was durch kalte Umschläge verringert werden kann, denn Wärme sollten man auf jeden Fall vermeiden. Als Vorsorge gegen eine Schwellung kann in den ersten 24 Stunden die Wunde gekühlt werden, was eine geringere Schwellung bewirkt. Nach der Extraktion vom Zahn kann es vorkommen, dass dies zu einer postoperativen Entzündung führen kann, die erst nach einigen Wochen abklingt.

Zahnloch nach dem Zahn ziehen

Bei einem Zahnloch ist eine Spülungen mit Kamillentee sinnvoll, so dass man immer wieder mit einem kleinen Schluck Kamillentee das Zahnloch überspülen kann.

Nach dem ziehen vom Zahn reinigt und desinfiziert der Zahnarzt das Zahnloch und stillt die Blutung mit einem Gazestreifen (Wattetampon). Sofern es notwenig ist, vernäht der Zahnarzt die Mundschleimhaut über der Wunde. Nach dem ziehen vom Zahn entsteht im Alveolarfortsatz ein Zahnloch das man mit Kamillentee leicht spülen kann, doch beim „Loch“ als leere Alveole muss zuerst eine Blutgerinnung erfolgen bzw. ein Koagulum entstehen,  ansonsten man mit jedem Spülvorgang das Blut aus der Wunde herausspült und den Heilungsvorgang stört. Wenn das Blut gerinnt entsteht ein Häutchen das nicht durch harte Esswaren (Kauen) oder mit einem spitzen Gegenstand beschädigt werden darf. Vollkornprodukte die krümelige Bestandteile haben, sind meist problematisch, denn sie können in die Wunde geraten und so zu Entzündungen führen. Vor der Spülung mit Kamillentee kann man auch für einige Minuten einen ausgedrückten Kamillenteebeutel auf die Wunde legen, der wieder ausgetauscht werden kann. Ein in ein Tuch eingepackter Eispack kann von aussen her auf die Wange gelegt werden, was hilft, Schwellungen vorzubeugen oder beim Abschwellen einer „Dicken Backe“ helfen. Wenn die Wunde vom Zahnfleisch nicht zuwächst oder Eiter aus der Wunde fliesst, sollte man den Zahnarzt sofort aufsuchen, denn dabei hat sich in der Wunde vermutlich wildes Fleisch gebildet, sodass die Wunde nicht heilen kann. Wildes Fleisch ist sehr reich an zarten Blutgefässen und besteht aus jungem, sehr zellenreichem Granulationsgewebe. Ein Granulom bildet sich, wenn das Zahnfleisch entzündet ist und es zu knotenartigen Gewebeneubildungen kommt, was im Volksmund „wildes Fleisch“ genannt wird. Wenn die Blutung erst nach vier Tagen nach einer Operation oder Zahnentfernung beginnt, sollte man sich beim Zahnarzt zur Wundkontrolle melden.

Blutungen nach Zahnentfernung

Blutungen nach der Zahnextraktion gehören zum normalen Heilungsprozess, sie sollen aber nicht länger als eine Nacht anhalten.

Nachblutungen sind nach dem Zähne ziehen normal, doch meist ist es unangenehm anzusehen, denn wenn sich einTropfen Blut mit Speichel oder Wasser vermischt, entsteht der Eindruck dass der Mund voller Blut sei wie auch bei einem Zahnunfall. Starke Blutungen im Mund während operativen Zahneingriffen sind äusserst selten, doch bei anhaltenden Blutungen kann man den Mund gründlich und kurz mit Wasser ausspülen. Eine Nachblutung nach dem Entfernen von einem Zahn ist Beherrschbar, denn bei blutender Wunde reicht ein „Druckverband“ um die Blutung zum Stehen zu bringen. Eine Nachblutung ist immer möglich und ist bei jedem Mensch unterschiedlich, wie lange so was bluten kann, im Besonderen wenn das Blut durch Medikamente wie Aspirin als Schmerzmittel beeinflusst wird, weil das Blut verdünnt wird. Eine Nachblutung nach einem zahnärztlich-chirurgischen Eingriff ist normal oder sogar für den Heilungsprozess fördernd. Meist kommt es zu einer Blutung wenn die Wirkung vom Betäubungsmittel nachlässt, denn darin ist meist ein gefässverengender Zusatz enthalten. Die verengten Blutgefässe werden wieder weiter, wenn die Medikamente nicht mehr wirken, sodass die Blutung für ein paar Stunden ganz normal ist, die dann aber normalerweise verschwindet. Vorteilhaft ist, wenn man das Kopfkissen während den Nachtstunden mit einem Tuch bedeckt, dass nach grösseren Zahnextraktionen nicht alles verblutet wird. Wenn die Blutung längere Zeit anhält, kann man mit einem  sauberen Stückchen Stoff eine kurze und kleine Rolle feucht machen und diese auf die blutende Stelle legen und ca. zwanzig Minuten ständig ohne Unterbrechung mit den Zähnen leicht darauf beissen, sodass ein ständiger Druck entsteht und sofern notwendig, diese "Kompresse" wiederholen. Während der Neigung zur Nachblutung sollten körperlicher Belastungen (Sport, Sauna), Alkohol, Kaffee und Zigaretten vermieden werden, wie auch Getränke, die eine Blutgerinnung auflösen können, so Fruchtsäfte, Kohlensäurehaltiges oder Heisses. Der Speichel im Mund kann dann seine Funktion entfalten und die Wundheilung fördern, denn die Funktion von Speichel ist für die Wundheilung wichtig.

Nach einer Zahnentfernung als kleiner operativer Eingriff kann der Wundbereich (Alveolitis) noch etwas Schmerzen verursachen, die meist ohne Komplikationen rasch abheilen.

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Eine Wundrevision durch Kürettage und anschliessender mehrfacher Tamponade ist vielfach bei einer alveolitis sicca notwendig wie die Tabletten gegen Schmerzen, die man meist vom Zahnarzt bekommt.

Möglich ist, dass sich nach dem Ziehen vom Zahn Nachschmerzen einstellen, die man mit Schmerzmittel meist gut bekämpfen kann.

Wenn die Betäubung im Mund nach der Zahnextraktion abgeklungen ist, kann man normale Kost zu sich nehmen, man sollte jedoch beim Kauen die Wunde vor harten Speisen wie auch die Kaumuskulatur noch etwas schonen. Bei grossen Schmerzen kann bei einer Schwellung auch ein Eisbeutel, eingewickelt in ein Tuch, den man für 15 Minuten auf das Gesicht legt, sehr Hilfreich sein. Auch das Lutschen von Eiswürfeln kann die Temperatur im Mundraum verringern und die Wunde von innen her kühlen. Zum rascheren Abschwellen der Wundregion gibt es auch Zahnärzte, die Arnika-Präparate nach der Zahnextraktion empfehlen, denn Arnikablüten enthalten ätherisches Öl, Flavonoide und Sesquiterpenlactone, die entzündungshemmend und antiseptisch wirken bzw. Infektionen verhindern. Wenn keine Allergie gegen Kamille besteht, kann zur Unterstützung der Wundheilung und Desinfektion der Wunde im Mund nach dem Essen mit Kamille gespült werden. Schmerzen, die erst nach drei Tage nach der Zahnentfernung auftreten, können auf eine Komplikation hindeuten, denn es kann sich um eine Kieferknochenentzündung handeln, wo man den Zahnarzt nochmals aufsuchen sollte.

Wundheilung nach Zahnextraktion

Der hauptsächlichst Grund für Schmerzen nach einer Zahnextraktion ist die „trockene Knochenentzündung“ die als „Ostitis sicca“ oder „Dolor post“ bezeichnet wird, was eine gestörte Wundheilung ist.

Ein Zahn wird normalerweise nie aus einer akuten Entzündung heraus entfernt, denn das leere Knochenfach (Alveole) im Alveolarfortsatz, in dem sich die Zahnwurzel befunden hatte, muss sich mit neuem Gewebe als "Ersatzgewebe" auffüllen können, wobei sich zuerst jungen Zellen neu bilden müssen, was bei einer akuten Entzündung nicht erfolgen kann. Wenn ein Zahn gezogen wird, füllt sich die leere Alveole mit Blut das gerinnt auf (Blutgerinnung), sodass ein Koagulum entsteht. Ein intaktes Blutgerinnsel (Blutkoagulum / Blutclot), das ein nicht infizierter Blutpfropf ist spielt bei der Wundheilung der Extraktionswunde eine entscheidende Rolle, wenn es das Knochenfach vor eindringenden Bakterien im Mund verschliesst. Milchprodukte sollten nach der Zahnentfernung vermieden werden, denn die darin enthaltenen Milchsäurebakterien können die sich bildenden Blutpfropfen angreifen. Auch der Genuss von Koffein wie Kaffee, Schwarztee, Energydrinks sowie Nikotin oder Alkohol ist dieser die Blutgerinnung nicht förderlich. Durch die neuen kleinen Blutgefässe entsteht das Granulationsgewebe, das sich später in Narbengewebe umbaut. Der Heilungsprozess spielt sich direkt an der Knochenoberfläche der Alveole bzw. im Zahnfach vom Alveolarfortsatz ab. Problematisch ist nach der Zahnextraktion eine verzögerte Wundheilung, wenn die Alveole leer bleibt und trocken ist, was sehr schmerzhaft sein kann und Schmerzmittel kaum Wirkung zeigen, denn Schmerzmittel wirken nicht. Im Normalfall sind auch Antibiotika nicht angezeigt, da eine bakterielle Beteiligung und auch Eiter fehlt. Vielfach klingen die Schmerzen auch ohne Schmerzmittel endgültig erst ab, wenn der Knochen vollständig von Granulationsgewebe überzogen ist. Die Wunde darf nach der Zahnextraktion nie dauernd gesäubert werden, denn dadurch wird der Wundheilungsprozess stark behindert, sodass der ausstrahlende Schmerz bestehen bleibt. Bei starkem Schmerz am Kieferknochen wirkt keine Schmerztablette, sodass sich der Schmerz auf den Trigeminusnerv ausweiten kann, was zu atypischen Zahnschmerzen bzw. Gesichtschmerzen führen kann. Nur eine schmerzstillende Wundeinlage in die Knochenwunde kann mit der Zeit Abhilfe schaffen, so dass die Knochenoberfläche nicht geschädigt wird und möglichst wenig Abrieb erfährt. Die Wunde kann möglichst dicht vernäht werden, sodass die Gefahr einer Ostitis sicca geringer ist, dafür aber die Infektgefahr erhöht ist, denn jede vernähte Wunde als abgeschlossenen Raum begünstigt das Keimwachstum. Das Risiko einer Verkeimung kann durch ein verabreichtes Antibiotikum unterbunden werden, was aber Auswirkungen auf das Immunsystem und den gesamten Organismus hat.

Wenn eine Wunde nach der Zahnextraktion oder anderen Operationen beim Zahnarzt vernäht wurde, müssen nach einigen Tagen die Nähte entfernt werden, bei einer plastischen Deckung frühestens nach 10 Tagen.

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Möglich ist auch das der Zahnarzt bei kleinen Wunden nach dem Zähne ziehen einen selbstauflösenden Faden genommen hat, sodass sich der Faden von selbst auflöst und verschwindet.

Zahnentfernung

Eine Zahnentfernung bzw. Zahnextraktion sollte immer erst nach vorheriger genauer Prüfung stattfinden, denn die Zahnerhaltung ist besser als Zahnersatz, sodass die eigenen natürlichen Zähne erhalten bleiben sollen solange die Zähne Erhaltenswert sind.

Wichtig ist vor umfassenden Zahnextraktionen, dass man sich über die Zahnsanierung mit Zahnersatz wie Zahnprothesen, Zahnimplantaten oder Zahnbrücke vor der Komplettsanierung erkundigt, denn wenn zu wenig Speichel vorhanden ist, hat eine Vollprothese ungenügenden Halt (schlecht sitzende Prothese) oder Zahnimplantate brauchen einen genügenden Kieferknochen und bei der Zahnbrücke müssen Nachbarzähne für die Überkronung beschliffen werden usw.

Gründe für eine Zahnentfernung

Wenn Zähne extrem stark gelockert sind (Wackelzähne)
 Bei Parodontitis bzw. Entzündung von Zahnwurzel und Zahnhalteapparat
 Längsfraktur der Zahnwurzel oder auch Zahnkrone
 Querfraktur der Zahnwurzel
 Horizontal verlagerte, impaktierte Zähne, meist Weisheitszähne (Retinierter Weisheitszahn)
 Massnahmen bei Kieferorthopädie, wenn Platzmangel im Kiefer vorherrscht
 Entfernung überzähliger Zähne (Distomolaren)
 Bei nicht erfolgreich verlaufener Wurzelkanalbehandlung
 Bei Zahnwurzelkaries und evt. Zystenbildung im Kiefer (Kieferzysten)
 Bei starker Zerstörung der Zahnhartsubstanzen (Zahnabnutzung)
 Wenn im gegenüberliegenden Kiefer ein Zahn fehlt und durch die Ausgleichsextraktion eine Bissverschiebung vermieden werden kann.

Als Parodontitis wird die Entzündung vom Zahnhalteapparat mit Zahnfleisch, Bindegewebe und Kieferknochen (Alveolarfortsatz) bezeichnet.

Komplikationen beim Zahn ziehen

Zahnextraktionen können zu einer Vielzahl von Komplikationen führen.

Kariöser Zahn kann abbrechen
 Gefahr von spitzen Zahnsplitter das Zahnfleisch und Mundschleimhaut verletzen kann
 Zahnbruchstücke können übersehen werden, Probleme Entzündungen und Eiterbilung
 Verletzung vom Kieferknochen bei der Extraktion, Instabilität der Zahnprothese
 Kieferknochenverletzung > Kieferknochenentzündung, Kieferfraktur bei Alveolen
 Blutungen nach Zahnextraktion durch blutverdünnende Medikamente
 Verletzung beim Schneidezahn ziehen der Mund-Antrum-Verbindung (Nasenraum)
 Luxation (Verrenkung) vom Übertritt, Zahn bzw. Zahnwurzel in die Kieferhöhle