Kiefer: Kieferknochen, Kieferprobleme, Probleme Kiefergelenk

Kiefer Mensch

Kaufunktion und Kauvorgang

Die Kaufunktion ist ein kompliziertes und sensibles Geschehen, denn Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke müssen beim Kauvorgang miteinander zusammenarbeiten.

Kaufunktion, Kauvorgang, Kiefergelenk, Zähne

Eine Störung der Kaufunktion kann durch Verlust der Zahnhartsubstanz sowie durch Zahnverlust oder Zahnlosigkeit entstehen.

Zähne, Kiefergelenk und Kaumuskulatur sind in ihrer Kaufunktion für die Zerkleinerung der Nahrung optimal aufeinander abgestimmt.

Die Rekonstruktive Arbeit und Wiederherstellung vom Zahngebiss durch den Zahnarzt und der Zahntechnik ist für die Kaufunktion wichtig, denn bei Verlust einzelner Zähne im Kieferknochen kann die Kaufunktion und der Kauvorgang stark gestört sein, so dass es zur Kiefergelenkschädigung und zu Kieferproblemen sowie Kieferschmerzen kommen kann. Der Kauvorgang bzw. Kaufunktion erfolgt reflektorisch woran Zähne, Zunge, Kaumuskulatur, Wangen, Mundboden und Gaumen beteiligt sind. Diese komplexen Vorgänge werden durch das Kiefergelenk und die Kontakte der Zähne im Wechselspiel gelenkt. Es führt nur der Unterkiefer die Bewegungen aus, die zum Beissen und Kauen notwendig sind. Für den Kauvorgang sind sehr schnelle Feinabstimmungen der Muskulatur notwendig, damit die Bewegungen der Kiefer exakt innerhalb von Sekundenbruchteilen ausgeführt werden können. Der Schluckvorgang ca. 2- bis 3-mal pro Min trainiert die Kaumuskulatur und ihre Feinabstimmung. Nur beim Beissen und Kauen der Speisen sowie beim Schlucken von Speichel haben die Zähne Kontakt, ansonsten sind sie in Ruheschwebelage sind bzw. die Unterkieferzähne haben zu den Zähnen im Oberkiefer keinen Kontakt. Bei der Abrasion der Zähne handelt es sich um eine Art Abnutzung der Zahnhartsubstanz beim Kauvorgang oder auch beim Zähneknirschen.

Kauvorgang beim Mensch

Die Druckbelastung beim Kauvorgang wird in eine Zugbelastung für den Kieferknochen umgewandelt, was die Knochenneubildung angeregt.

Aufgrund der Konstruktion unseres Kauorgans ist es wichtig, dass die Zähne beim Kauvorgang senkrecht belastet werden, denn die Zähne sind nicht fest mit dem Kieferknochen verankert sondern sind im Zahnfach durch Kollagenfasern aufgehängt. Dadurch wird jede Druckbelastung beim Kauvorgang in eine Zugbelastung für den Knochen umgewandelt und die Zellen des Knochens zur Knochenneubildung angeregt. Eine Druckbelastung des Knochens begünstigt umgekehrt den Kieferknochenabbau (keine Zugbelastung für den Kieferknochen), wenn gekippte Zähne beim Kauen nicht mehr in ihrer Achsrichtung belastet werden, denn der Druck kann nur noch auf der Zahnlücke abgewandte Seite in Zug umgewandelt werden. Zur Lücke hin wird der Kieferknochen nach und nach abgebaut, womit eine tiefe Tasche im Knochen und Zahnfleisch entsteht, die sich entzünden kann.

Kaufunktion

Die Bewegung des Unterkiefers wird gesteuert durch Nerven, die einen Regelkreis bilden und die Kaufunktion auslösen.

Im Steuerzentrum des Zentralnervensystems werden alle Bewegungen der Kaufunktion koordiniert durch Rezeptoren bzw. Nervenfühler. Rezeptoren im Kiefergelenk registrieren die Lage des Gelenkkopfes und Muskelspindeln melden den Spannungszustand der Kaumuskeln. Die Enden der Nerven in der Mundschleimhaut orten Grösse und Lage von Nahrungsteilen. Zahnkontakte werden gemeldet durch die Rezeptoren in der Wurzelhaut. Informationen werden alle zentral verarbeitet und in Steuerimpulse für die Kaumuskulatur umgesetzt.